Die Reise nach Ko Pa Nang klappt super. Flugzeug, Bus, Fähre, Pick up, Boot, alles reiht sich passend aneinader, obwohl ich nur den Flug gebucht hatte. Reisen in Thailand ist wirklich einfach und preiswert!
Auf der Insel angekommen fühle ich mich gleich wie im Paradies. Der offene Restaurantbereich ist in den Felsen gebaut, die Holzhütten auf Stelzen liegen dahinter im "Dschungel". Meine Hütte ist riesig, mit einem angebauen einfachen Bad, ein bißchen komfortabler als in Uganda, allerdings WC mit Handspülung. Erst später stelle ich fest, dass ich eine Edelhütte erwischt habe, die meisten sind kleiner und nicht ganz so schön, aber auch ok. Dass ich im Dschungel bin, merke ich am nächsten Morgen, als direkt zwei Ameisenstrassen durch mein Bad laufen. Eine Küchenschabe sehe ich erst nach 4 Tagen...ich gehe dazu über immer erst das Licht einzuschalten und dann die Badtür zu öffnen, das hilft und zum Glück gibt es hier nicht so oft Stromausfall wie in Uganda.
Unser Yogatempel liegt noch weiter oben im Dschungel. Ein wunderschöner Raum, rundherum lediglich mit Moskitonetzen bespannt. Franzis, unsere Yogalehrerin erinnert mich an die Hauptdarstellerin aus "Sommer in Orange" und ist eine Super Lehrerin, bei der auch ich als Anfängerin mich wohlfühle-soweit das bei den Verrenkungen möglich ist.
Mein erster Yogaversuch war vor ca. 30 Jahren bei irgendeinem VHS Kurs und hat mich lange von einem weiteren Versuch abgehalten. Aber seit geraumer Zeit verfolgt mich das Thema. Alle um mich herum praktizieren oder unterrichten Yoga und bei unseren morgendlichen Meditationseinheiten in unserer WG haben Birgit und ich in letzter Zeit öfter auch mal Yoga eingebaut. Inzwischen fasziniert mich nicht nur die Hoffnung beweglicher zu werden, sondern vor allem die Philosophie, die dahinter steht. Das Gleichgewicht von Körper und Geist, dieKonzentration auf den Augenblick, das alles klingt verheißungsvoll, ist aber erst einmal schwierig und anstrengend...Aber irgendwie ist dieser Kurs spontan als Einstieg für meine Reise aufgetaucht.....In den ersten zwei Tagen bin ich nur platt. Dass all diese entschleunigenden Praktiken aus Asien kommen kann ich gut verstehen. Ich bin schon nass geschwitzt, ohne mich bewegt zu haben, wie ich mich nach einer yoga Stunde fühle ist vorstellbar.....Bei manchen Übungen bin ich überascht, wie gut es geht, bei anderen fühle ich mich steif wie ein Brett. Zwischendurch will ich meineMuskeln mit Massage entspannen und wähle bewußt nur die Ölmassage. Aber selbst die ist schon schmerzhaft und die Thai Masseurin rät mir in Anbetracht meiner, scheinbar stark verspannten und verkürzten Muskeln/Sehnen, zu einer 2stündigen Thaimassage! Ich bin wild entschlossen diesen Kontinent weit beweglicher zuverlassen, als ich ihn betreten habe und stimme zu. Für ca.15€ ist eine 2stündige Massage schließlich auch ein echtes Schnäppchen, dann noch mit Meeresrauschen im Hintergrund.....
Anfangs unterhält sich meine Masseurin noch angeregt mit ihrer Nachbarin, zwischendurch kommt mal der ein oder andere Besucher der unterhalb liegenden Bar auf dem Weg zur Toilette vorbei. Es wird auf jeden Fall nicht langweilig und Einschlafgefahr besteht ohnehin nicht......Aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass sie sehr genau weiß, was sie tut und besonders schmerzhaft sind die Stellen, die sich auch sonst von Zeit zu Zeit immer mal mit irgendwelchen Malessen melden.
Unsere Yoga Gruppe ist international: USA, GB, Kanada, Norwegen, Italien, Österreich und Deutschland. Ich merke, dass die Unterhaltung in Englisch mit Muttersprachlern doch wesentlich anstrengender ist, als es beispielsweise mit den Ugandern war. Gute Einzelgepräche ergeben sich immer mal wieder, aber rumhängen in derGruppe ist nicht so mein Ding und ich bin auch immer wieder gerne alleine. In meiner Nachbarhütte wohnt Judith, eine Französin, die in der Gemeinschaft Schloß Tempelhof wohnt und bei der ich erst im September ein Seminar zur Gemeinschaftsbildung gemacht habe. Sie trifft sich hier mit ihren Kindern, die in der ganzen Welt verstreut leben. Die Welt ist ein Dorf!!!!!
Am Strand lausche ich fasziniert einem sympathisch wirkenden Shanti Sänger. Wie sich später herausstellt ist es Kevin James, ein bekannter australischer Sänger von spirituellen Liedern. Ich habe gleich zweimal die Gelegenheit an seinen Singzirkeln teilzunehmen. Zwei wunderschöne Erfahrungen, die teils ähnlich, teils aber auch wieder ganz anders sind, als die spirituellen Singveranstaltungen, die ich in Deutschland besuche.
Wochenende ist immer Partytime! Ganz krass sind wohl die legendären "Vollmondpartys", aber zum Glück ist Neumond. Am Freitag ist die Party weit genug weg, aber am Samstag direkt neben meiner Anlage. Das bum-bum geht gegen 23 Uhr los und dauert dann bis zum Sonntag mittag. Ich bekomme einen guten Tip, gehe abends früh mit Ohrstöpseln ins Bett und mische mich dann morgens vor Sonnenaufgang unter die Tanzenden. Das klappt gut! Der Elektro Beat ist normalerweise nicht mein Ding, aber mit dem Geräusch der gegen die Felsen krachenden Wellen und der langsam deutlicher werdenden Konturen des Meeres kann ich mich auch damit arrangieren und es ist auch kein Patrick da, der sich für seine Mama schämen muss :-)
Beim anschließenden Frühstück krachen dann die Böller. Es ist chinesisches Neujahr..........
Das Wetter ist stürmisch, dafür die Temperaturen für mich sehr angenehm. Nach einem Schläfchen nutze ich die Gelegenheit mein Umfeld zu erkunden. Es tut so gut, nicht ständig nassgeschwitzt zu sein. Vieles erinnert mich hier an Afrika. Die Vegetation, die ausgefahrenen Feldwege, dieman für unbefahrbar hält, die Müllhaufen, die irgendwo im Gebüsch verbrannt werden...., aber vieles ist auch schon weiter entwickelt als dort. Ich passiere alle drei Buchten, die fußläufig einfach zu erreichen sind. Es ist faszinierend und beängstigend, wie das Meer sich den Strand erobert und teilweise bis in die Bars hinein seine Spuren hinterlät. Es kommt wohl häufiger vor, dass die kleinen Fischerboote ihren Fährverkehr einstellen, aber das hier sei wohl der srärkste Sturm seit 1,5 Jahren. Ein Glück, das ich vor einer Woche angekommen bin und nicht heute.





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