Freitag, 5. Februar 2016

Bankok

Nach 11 Std Flugzeit erreiche ich Bankok. Am Flughafen hänge ich mich an ein hippiemässig aussehendes Pärchen und teile mit ihnen ein Taxi. Die beiden kommen aus Mainz, sind Erzieher verdienen ein halbes Jahr lang Geld, um das andere halbe Jahr in Kambodscha zu leben. Dort geben Sie dann Sprachunterricht.
Mein Hostel liegt in dem, bei backpackern beliebten Gebiet um die Kaosan road. Dort tobt abends der Bär und ich merke schnell, dass ich doch zu alt für diese Art von Abendunterhaltung bin. Aber an einer etwas ruhigeren Ecke das Gewusel im bequemen Sessel, während einer Fussmassage zu beobachten, hat durchaus seinen Reiz und das Essen in den Garküchen am Srassenrand oder den mobilen Woks und Grills ist nicht nur unschlagbar günstig, sondern auch lecker.(Dank meinem robusten Magen bisher auch ohne Folgen)
Knappe zwei Tage Bankok, aber bitte ohne sightseeing stress! Mein bevorzugtes Verkehrsmittel wird schnell das Boot.In verschiedensten Varianten fahren sie als Taxis auf kleinen Kanälen einem grossen Fluss, der mich stark an den Rhein zB bei Köln erinnert. Das moderne Bankok streife ich nur kurz. Zwischen Wolkenkratzern fühle ich mich anscheinend nirgendwo auf der Welt wohl und den modernen Skytrain verlasse ich auch schnell wieder,weil er, wie alle klimatisierten Räume, Geschäfte und Taxen viel zu kalt ist.Bei den Bootsfahrten ist es auch einfacher ins Gespräch zu kommen, allerdings meist mit Ausländern, die Thais tun sich scheinber schwer mit Englisch, zumindest die, mit denen man als Tourist in Kontakt kommt. Das bestätigt mir auch eine Philippinin, die in Bankok arbeitet und im Boottaxi neben mir sitzt.
Die Haupattraktion, den Wat Phra Kae Tempel & Königspalast will ich mir dann doch ansehen. Ein Führer hatte mich schon gewarnt, es sei Samstag und ziemlich überfüllt und ausserdem würde ich ein shirt mit Armen benötigen. "Ich habe doch mein Tuch dabei, untd so schlimm wird es schon nicht werden" , denke ich in meinem bewährten Optimismus......Von wegen, ein shirt muss ich im shop neben der Kasse kaufen und an allen Engpassstellen fühlte ich mich wie ein Stück Vieh, besonders wenn die uniformierten "Wärter" mit einem Stock in der Hand Anweisungen geben. Die Gebäude sind beeindruckend, alles glitzert in leuchtendem Gold.Aber ich spüre, dass mir Personenkult, ob wie hier für Buddha oder ganz gleich für wen, immer fremd bleiben wird.
Der Gang über das Gelände gleicht einem Slalomlauf zwischen Fotomodellen. Alle sind sich am fotografieren, manche gegenseitig, die anderen sich selbst, mit und ohne selfistick. Alle scheinen ihr Leben in Fotos leben zu wollen. Was mich in Deutschland schon nervt, finde ich hier potenziert. Was Buddha wohl dazu sagen würde.Aber immerhin, im Inneren des Tempels ist das fotografieren verboten. Während ich noch überlege, ob ich den britsch anmutenden Wachsoldaten, der unbeweglich wie eine Wachsfigur vor einem der Paläste steht, fotografieren darf, kommt hinter mir eine Gruppe mit asiatischen Besuchern, die sich in allen Posen um den Wachmann herum ablichten lassen!
Viel interessanter fand ich den Besuch eines Schreins, den ich unterwegs zum Tempel besucht hatte. Zwar gibt es auch hier das ein oder andere Selfie, aber es herrscht eine sehr andächtige und gleichzeitig locker-fröhliche Atmosphäre. Einige sind damit beschäftigt knallig bunte Tücher um kleine Säulen zu binden (die kurze Zeit später wg. Überfüllung im Müllsack landen), andere entzünden Räucherstäbchen oder opfertn Schalen mit Blüten oder Geld. Viele beten inbrünstig und ein Mönch scheint gegen Opfergaben seinen Segen zu erteilen. Dazu eine Musik, die mich irgendwie an Karnevalsmusik erinnerte- oder sind das schon die Enzugserscheinungen?! In einem, diesmal als herrlich kühl empfundenen Raum, spielen drei ältliche, grell geschminkte Asiatinnen in glitzernden Kostümen einen Tempeltanz.
Die zweite Nacht in meinem 6bettzimmer wird kurz! Ich will um 6.15 Uhr aufstehen, damit ich rechtzeitig am Flughafen bin. So der Plan. Um 4.30 geht der 1. Wecker im Zimmer und verhallt ungehört. Als er sich kurze Zeit später wieder meldet, wecke ich die dazugehörige junge Asiatin. Das Licht geht kurz an, dannwieder aus. Eine halbe Stunde später klingelt der Wecker ihrer Freundin. Beide beginnen lautstark aufzustehen. Da ich schon seit dem 1. Wecker wach bin, entschliesse ich mich das Morgenprogramm früher zu starten und dafür entspannter anzugehen.......und vielleicht doch nochmal zu überlegen, ob ich immer die billigste Übernachtungsvariante wählen will:-)
Jetzt sitze ich auf der Fähre zur Insel und nutze die Zeit meine Eindrücke aufzuschreiben. Irgendwie habe ich in Erinnerung an Uganda richtig Lust dazubekommen. Mal schauen, ob das anhält...Bei meinem nun anstehenden yoga Kurs auf der Insel Ko Pha-Ngan im Golf von Thailand werde ich wohl eher auf Innenreise gehen ....:-)

Die Fussmassagen mitten im Getuemmel sind der Hit

Theater auf Thai

Selfies sind der Renner, egal wo und mit wem



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen