Sonntag, 21. Februar 2016

In Mandaley

An meinem ersten Morgen in Mandalay streife ich wie gewohnt erst einmal duch die Strassen. Meine Unterkunft liegt ziemlich außerhalb und ich habe mich erst einmal mit dem Motorrollertaxi ins Zentrum bringen lassen. Hier erinnert mich ganz vieles an Uganda. Die Stände und Buden an den Strassen, kleine Märkte zwischendurch, im Hintergrund die Einraumläden und überall Gewimmel. Auf der Strasse herrscht aus meiner Sicht ein heilloses Durcheinander, klare Regeln kann ich nicht erkennen, aber es funktioniert irgendwie.
Auf dem Markt kaufe ich einen Longyi und habe direkt eine Gruppe freudig johlender Frauen um mich. Ich bekomme einen Tee in die Hand gedrückt und kurze Zeit später habe ich Thanaka im Gesicht. Diese Paste aus geriebner Rinde des Thanakabaumes dient den Frauen in Myanmar als Schminke und gleichzeitig als Sonnenschutz. Meist ist es einfach nur auf den Wangen oder im ganzen Gesicht verteilt, bei einer jungen Schmuckverkäuferin habe ich es aber auch schon mal elegant aufgetragen in Form eines Blattes gesehen.
Gegen mittag setzt ich mich in ein einfaches Strassenrestaurant, bestelle mir Shan Nudeln, die kenne ich aus dem Guesthouse in yangon und verbrenne mir fast den Mund, so scharf sind die hier.....
Wo will ich als nächstes hin? Das "go with the flow" Prinzip ist gar nicht immer so einfach, besonders wenn einen das Luxusproblem der verschiedenen Möglichkeiten plagt. Ich entscheide mich schließlich für eine Schiffstour auf dem Ayeyarwady. Die meisten Schiffe fahren nach Süden, nach Bagan, zur Haupattraktion des Landes. Die landschaftlich reizvollere Alternative führt allerdings nach Norden. Dorthin fährt allerdings nur das staatliche Schiff, erfahre ich in einem Reisebüro, oder eine Kreuzfahrt gibt es ebenfalls in diese Richtung. 500 € sind jedoch in meinem Budget dafür nicht vorgesehen und so entscheide ich mich für die staatliche Variante.. Auf der Suche nach dem Büro der staatlichen Schiffahrtsgesellschaft in der Nachmittagshitze verzweifle ich fast. Zum ersten Mal empfinde ich das Reisen auf eigene Faust als anstrengend. Auch das Hotel ist keine große Hilfe. Die sind eher auf asiatische Gruppen eingestellt. Das Zimmer ist komfortabel und preiswert, aber ich vermisse die familiäre Atmosphäre und die kompetente Beratung aus Yangon. Backpackerflair ist etwas anderes. Überhaupt unterscheidet sich das Touristenklientel in Myanmar deutlich von dem in Thailand. Einzelreisende treffe ich kaum. Gelegentlich mal ein Pärchen, ansonsten sind organisierte Reisegruppen unterwegs. Meist kulturinteressierte ältere Europäer, oft Briten, gelegentlich auch Deutsche, Franzosen oder Italiener. Die Menge von Touristen, die im Land unterwegs sind, zeigt sich an den touristischen Highlights, besonders zum Sonnenuntergang. Dann stehen Trauben von Menschen bereit, um im richtigen Moment den Auslöser zu drücken. Für junge Backpacker ist das Land zu teuer. Unterkünfte, die Ausländer beherbergen dürfen, benötigen eine besondere Lizenz. Daher ist die Auswahl an preiswerten Unterkünften gering.
Am Abend schickt mir der Himmel (wer auch immer da sitzen mag:-) ) Mgmg (Momo), einen Rollertaxifahrer, der etwas Englisch spricht. Den engagiere ich für die nächsten 1,5 Tage und genieße es, auf dem Roller zu den schönsten Plätzen gefahren zu werden (bekannte und unbekannte) und mich um nichts kümmern zu müssen. Ein kleiner Wermutstropfen ist der Dunst. Seit ich in Yangon gelandet bin, hängt eine Dunstglocke über dem Land. Ich weiß nicht, ob es die Luftverschmutzung, der Staub, die Hitze oder irgendwelche Waldbrände in benachbarten Ländern sind, auf jeden Fall ist der Sichtradius eingeschränkt und viele, im Reiseführer als traumhaft beschriebene Aussichtspunkte verlieren einen guten Teil ihrer Wirkung.


Die Moenche in Mandaley sind ziemlich weltoffen und moegen glitzernde und leuchtende Pagoden genauso wie alle anderen
Eine Bootsahrt die ist lustig, Frauenpower im Hafen
Buddhafiguren bei der Entstehung, der Kopf wird immer zuletzt modelliert....
....und ein beeindruckendes Exemplar in Vollendung, man beachte die zarte Gestalt unten links
Es geht nichts ueber ein gutes Rollertaxi, Momo, mein Retter und Guide....

1 Kommentar:

  1. Wusste gar nicht dass die Luftverschmutzung echt SO hoch ist. Echt dramatisch! Dabei mir meine CO2 Sensoren von epluse schon bei uns ganz schlimme Werte an :/

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